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Diese
Reinigungsmethode auf rein physikalischer Basis ist vor allem dann sehr
effektvoll, wenn die Mineralstufe porös oder voller schlecht zugänglicher
Vertiefungen ist, in welche die Reinigungsmittel nicht einzudringen vermögen.
Fossilien, welche mit tonigem Material verschmutzt sind, lassen sich mit
Ultraschall sehr gut reinigen. Das ist dann vor allem wichtig, wenn die
Verschmutzung Pyrit oder Markasit enthält, welche wenig stabil sind
und sich leicht zersetzen.
Vor jeder Ultraschallbehandlung ist genau
abzuklären, ob die zu reinigende Stufe überhaupt ultraschallfest ist.
Kristalle mit inneren Spannungen, Haarrissen, Einschlüssen (gasförmig,
flüssig oder fest) oder brüchiger, rissiger Matrix sind empfindlich
und sollten nicht mit Ultraschall gereinigt werden. Eben so vvenig sollten
Stufen mit haarfeinen oder feinnadeligen Kristallen dem Ultraschall
ausgesetzt werden. Man beachte auch, dass sich nur anhaltender, nicht
aber mit dem Mineral verwachsener Schmutz durch Ultraschall entfernen lässt.
Wie geht man vor? In einem speziellen Metalleinsatz, welcher im
Ultraschallbad eingehängt ist, wird das zu reinigende Stück platziert
und mit Wasser knapp zugedeckt. Um den Reinigungseffekt zu erhöhen, ist
dem Wasser ein Geschirrwaschmittel zuzugeben. Dann wird das Gerät in
Betrieb gesetzt und der Reinigungsvorgang genau beobachtet. Nach 20-30
Sekunden, längstens aber nach einer Minute ist das Gerät abzuschalten.
Der Reinigungsendpunkt ist leicht feststellbar, wenn keine Trübung mehr
aus dem Stück austritt. Wenn man dessen nicht sicher ist, wiederholt
man die Prozedur mit frischem Wasser. Minutenlange
Ultraschallbehandlung der Stufe erhöht nur die Bruchgefahr und bringt
nichts ein. Vor allem bei Mineralstufen mit Muttergestein ist es
wichtig, deren Lage durch seitliches Kippen zu verändern, damit die
Ultraschallwellen alle Bereiche gleichmässig erreichen und Wirkung
entfalten können.
Um auch bei ultraschall-gefährdeten Mineralien eine
solche Reinigungsoperation trotzdem durchführen zu können, bedient
man sich in der Praxis eines einfachen Tricks. Die zu reinigende Stufe
wird in einem Plastikbehälter (z.B. Joghurtbecher) in den
Metalleinsatz gestellt, Ultraschallbad und Kunststoffbehälter werden
beide mit Wasser gefüllt und das Gerät anschliessend in Betrieb gesetzt. Durch seitliches Kippen des Bechers werden alle Bereiche der
Stufe den Schallwellenzugänglich gemacht. Der Trick besteht darin, die
Durchdringungskraft der Schallwellen durch ein Hindernis (Gefässwand
aus Kunststoff) herabzumindern und trotzdem den gewünschten
Reinigungseffekt zu erzielen. Ob dies gelingt, ist durch Vorversuche
abzuklären.
Achtung! Das Ultraschallbad darf unter keinen Umständen in
leerem Zustand eingeschaltet werden (immer zuerst das Wasser einfüllen!),
andernfalls besteht die Gefahr der Zerstörung der Elektronik. Nie mit
der Hand in das Bad greifen, wenn das Gerät in Betrieb ist! Um die Lage
der Stufe zu verändern, bedient man sich einer Holzzange oder man
stellt das Gerät vorher ab. Für höhere Ansprüche, insbesondere für
die Präparation von Fossilien bietet der Markt Ultraschall-Präparationsgeräte
an, wie z.B. Ultraschall-Präpariernadeln und -meissel. Da diese Geräte
ihren Preis haben, eignen sie sich eher für Sammler, welche
zeitaufwendige Präparationsarbeiten zu leisten haben oder für Berufspräparatoren.
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