Um ein effizientes Training aufbauen zu können, sollte man sich
und seinen Stoss nicht überfordern. Unmögliche Stösse
sollten vermieden werden, der einfache Weg (meistens der des
geringsten Wiederstandes) sollte gefunden und eingeschlagen werden.
Platzieren Sie Ball 1 vorläufig nie weiter als eine Handspanne
(ca. 20 cm) weg von Ball 2. Beachten Sie den Weg, den Ball 1 und Ball 2
laufen muss, und planen Sie aus diesen Informationen Ihren Stoss.
Der korrekte Ablauf eines Stosses
sollte wie folgt sein:
I. Den Ball ins Auge fassen
Nachdem der Gegner seine Aufnahme
beendet hat, begibt man sich zum Tisch. Alle Entscheidungen werden jetzt
getroffen. Der Lauf des Spielballes, der Weg von Ball 2 und alle
vorhersehbaren Schwierigkeiten können noch in Betracht gezogen werden.
Nach der endgültigen Festlegung wird die Stellung ins Auge gefasst, wobei
der rechte Fuss in der geplanten Stossrichtung steht.
Wichtig: Die linke Hand ist noch entspannt und versucht keinesfalls, den
Bock zu bilden.
II. Kontaktaufnahme mit dem
Spielball
Aufrechtstehend wird das Queue
andeutungsweise in die Stossrichtung gebracht. Die Bockhand ist noch immer
unbeteiligt.
Der Griff
Es gibt viele Möglichkeiten, das Queue mit der Hand zu umfassen.
Unnötige und behindernde Verspannungen kann man vermeiden, wenn man das
Queue auf den Mittelfinger legt und den Queuekontakt mit den anderen
Fingern herstellt. Der Zeigefinger und der Daumen sollen locker bleiben
und nicht in den Bewegungsablauf eingreifen, da es sehr leicht zum Abwürgen
des Stosses kommen kann. Besonders wichig ist es, die Hand und den Handrücken
lang und locker zu machen, denn beim Bilden einer Faust müssen Muskeln
und Sehnen im Unterarm Arbeit leisten. Diese Arbeit wirkt sich ungünstig
beim freien, leichten Abstoss aus. Wenn man zum Zugreifen neigt, lässt
man den Zeigefinger entspannt hängen. Die Griffhand leistet geringe
Haltearbeit. Das Queue soll frei schwingen können, die Hand darf das
Queue nicht behindern. Für die Haltung des Unterarmes und des
Handgelenkes gilt: das Queue so wie eine Aktentasche am Griff nehmen.
Niemand trägt eine Aktentasche mit verdrehtem Handgelenk oder schräggestelltem
Unterarm.
Die Grundlagen der Körperhaltung
Der Körper steht im Winkel von
45° zur Stossrichtung.
Mit folgender Methode kann man die Stellung prüfen:
Man stellt einen Ball in die Ecke und zielt in Richtung Mitte der gegenüberliegenden
langen Bande. Anschliessend richtet man sich auf. Fussspitze, Becken und
Schultern stehen bei richtiger Haltung parallel zur kurzen Bande.
Die Griffhand liegt bei mittlerer Stossstärke auf der Höhe des
Oberschenkels.
Unterarm, Knie und Füsse bilden etwa eine Linie.
Diese Haltungsregeln sind zweckmässig,
beschreiben aber nicht die einzige gute Möglichkeit, am Billard zu
stehen. Bei jeder Abweichung davon sollte man sich im klaren sein, dass
die Queuehaltung im ganzen gesehen werden muss. Die Veränderung eines
Teiles zieht immer eine Veränderung des Ganzen nach sich.
Den Stand kann man auf folgende Weise prüfen:
Richten Sie sich nach dem Abstoss auf, ohne Ihren Stand zu verändern.
Haben Sie nun das Gefühl, dass Sie sich gut im Gleichgewicht befinden und
länger so verharren könnten, dann ist der erste Schritt zur guten Körperhaltung
getan.
IV. Der Ansatz
Der Oberkörper wird zuerst
vorgeneigt, dann die Bockhand aufgelegt und die Queuespitze nahe an den
Spielball gebracht.
Der Schnabel
Als Schnabel bezeichnet man den Teil des Queues, der aus der
Bockhand heraus- ragt. Die Schnabellänge soll die Ausholbewegung
regulieren und möglich machen. Man kann also maximal die Schnabellänge
ausholen, muss sie aber nicht voll ausnützen. Für kleinere Positionen
genügt ein kurzer Schnabel, braucht man viel Schwung, ist ein längerer
Schnabel notwendig. Da die Schnabellänge die Ausholbewegung nur einseitig
begrenzt, sollte man sich bewusst machen, dass man mit langem Schnabel
mehr oder weniger weit ausholen kann, mit kurzem Schnabel nur wenig weit.
Folgendes bei der Schnabelwahl beachten:
Im kleinen Spiel nicht mit zu kurzem
Schnabel spielen, da sonst die Übersicht verloren geht. Bei starker
Streckung des Körpers erhöht ein kurzer Schnabel die Unbequemlichkeit.
Wenn eine geringfügige Änderung in der Höhe des Stosspunktes am
Spielball zum Ausbleiben des Punktes führt, dann mit möglichst kurzem
Schnabel spielen.
| Der
kurze Schnabel |
zwingt
zu rascherem Abstoss und schützt vor mechanischen
Ungenauigkeiten. |
| Der
lange Schnabel |
ermöglicht
eine grössere Ausholbewegung und lässt einen langsameren Abstoss
zu. |
V. Der Vorstoss
Nach den eventuellen Vorbewegungen
wird das Queue gerade nach vorne gelegt und die Queuespitze verharrt über
dem ehemaligen Standort des Spielballes.
Der Stoss
Im Sprachgebrauch gibt es zweierlei Arten von Stoss: Den Stoss als
Ballfigur, Dessin (ein schöner, schwerer Stoss) und den Stoss als
Bewegungsimpuls. Bei allen angeführten Stosstechniken ist der
auslaufenden Queuespitze grösste Aufmerksamkeit zu schenken. Bleibt die
Bewegung nicht genau in der Stossachse, wird die Stossqualität stark
vermindert.
Beachten Sie bitte auch, dass Sie die Stossart während des Abstosses
nicht wechseln. Oft wird eine Bewegung nachfolgend geplant und gestoppt
ausgeführt. Das Ergebnis ist, dass der Ball 2 viel zu langsam ist, wenn
der Punkt trotz alledem gemacht wird. Weiter wird man durch den
vermeintlichen Erfolg in dieser fehlerharten Technik bestärkt. Der
Wechsel der Stossart während des Abstosses zeugt von Unsicherheit und
ungenauer Planung des Abstosses.
VI. Der Ausklang
Der Oberkörper richtet sich auf,
die linke Hand wird mitgezogen und trennt sich vom Queue. Die rechte Hand
nimmt das Queue vom Billard.
Hier einige Positionen, welche
regelmässig geübt und trainiert werden sollen. Alle nachfolgenden Bälle
sollten gespielt werden. Sie werden dabei Ihren Erfolg an der Anzahl der
Punkte in der Serie messen können.
Beachten Sie jedoch immer folgendes:
Verfehlen Sie den ersten Punkt, werden Sie nie eine Chance erhalten,
eine Fortsetzung spielen zu können. |